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ask me anything: Watercolor & Personal

Aquarell

Woher nimmst du am liebsten deine Inspiration und wie sieht dein Ideenfindungsprozess so aus?

Pinterest ist super, um Ideen zu sammeln und Youtube der perfekte Ort, um Techniken zu lernen. In Videos kann man super erkennen, welche Mischverhältnisse gut funktionieren oder in welchen Schichten andere arbeiten. Das ist wahnsinnig interessant, weil jeder etwas anderes erzählt, die Ergebnisse meistens trotzdem wahninnig schön sind. Außerdem würde ich damit anfangen jede Art von Farbkombinationen, wo auch immer man sie sehen mag, abzufotografieren. So lernt man eine Menge über Farbharmonien.


 

Hast du früher auch auf dem Tablet bzw digital gemalt? Wenn ja, was sind deine besten Tipps dafür? 

Gerade male ich sehr viel auf dem Blatt, aber eigentlich male ich auch sehr gerne auf dem Tablet. Hier findest du einen Blogpost dazu. Ich habe auch ein Grafik-Tablet, damit kann ich leider nicht besonders gut zeichnen.


Hast du Tipps, wie man öfters zum malen kommt?

Malen ist glücklicherweise nicht besonders anstrengend, sondern eher beruhigend. Zumindest bei mir. Ich würde meine Zelte immer am Ort aufschlagen, wo ich mich am wohlsten fühle. Bei den einen ist das der Küchentisch, ich persönlich bin am liebsten im Wohnzimmer, wo ich nebenbei Serien schauen oder ein Hörbuch hören kann. Malkurse sind auch immer eine schöne Gelegenheit, mal rauszukommen und ein paar andere Menschen zu treffen.


Wie hast du angefangen zeichnen zu lernen?

Dass ich wieder richtig angefangen habe zu zeichnen, habe ich wohl Huawei zu verdanken. Ich habe seitdem jeden monat Wallpaper auf dem blog angeboten und bin dann irgendwann dazu übergegangen, hauptsächlich mit Aquarell zu malen. Ich glaube, man muss ein bisschen lernen, Geduld zu haben. Ich habe oft mit sehr viel Mühe angefangen und wollte wenig später einfach nur fertig werden, was nicht unbedingt zu einem schönen Ergebnis führt. Also lieber den Prozess lieben lernen und nicht nur das potentielle Ergebnis.


Was sind deine Zeichen-Essentials?

Ich musste leider schnell lernen – gutes Zeichenmaterial ist teuer. Hier habe ich schon einmal etwas ausführlicher darüber geschrieben. Mindestens 300 Gramm sollte ein Blatt haben, damit es das Wasser gut aufnimmt ohne zu wellen, bei den Farben habe ich mich für Schmincke entschieden und ein guter Pinsel ist in der Regel auch sein Geld wert, weil er im besten Fall viel mehr Farbe aufnimmt und sie gleichmäßiger verteilt, als ein billiger Synthetikpinsel.


Zeichnest du lieber mit Bleistiften, oder Fineliner? Oder malst du z.b lieber mit Aquarell oder Öl? 

Ich zeichne mit Bleistift grob vor und gegebenenfalls mit Fineliner nach, aber das kommt auf’s Bild an. Mit Öl habe ich glaube ich noch nie gemalt.


Persönliches

Möchtest du heiraten? Kinder bekommen?

Ich habe keine Ahnung. Ich sehe im Moment nicht wirklich einen Grund oder einen Vorteil zu heiraten. Im Grunde ändert sich ja nichts danach und in unserem Fall würden wir nicht einmal Steuern sparen. Ich kann auch die Kinderfrage nicht beantworten, ich weiß nur, dass ich mir im Moment nicht vorstellen kann, für ein Kind zu sorgen. Und ich weiß, dass ich auf keinen Fall Kinder bekommen möchte, nur weil andere es von mir erwarten. Mal schauen, was die Zukunft bringt.


Bist du von Menschen enttäuscht worden? Wie gehst du damit um? Hast du trotzdem deinen Glauben an die Menschen und hast sich dein Verhalten dadurch geändert?

Ich glaube, es gibt vermutlich keinen Menschen auf diesem Planeten, der noch nie von jemandem enttäuscht wurde. Klar wurde ich schon enttäuscht, aber andererseits habe ich auch gelernt, dass ich mich auf bestimmte Menschen bedingungslos verlassen kann. Ich bin vielleicht heute nicht mehr ganz so naiv wie gestern und ein bisschen vorsichtiger geworden, in welche Menschen ich meine Energie stecke.

Ich musste auch erst einmal lernen, dass ich mein Lebenskonzept nicht auf andere projezieren kann und dass es einfach Menschen gibt, die nicht in der Lage sind, richtige Freundschaften zu führen. Wenn Menschen keine oder kaum alte Freunde hat, oder nur Gelegenheitsmenschen in ihrem Leben, bin ich mittlerweile meistens erstmal vorsichtig. Ich habe aber gleichzeitig auch gelernt, mehr zu vertrauen, weil meine Freunde mich oft genug vor solchen Menschen gewarnt haben und ich es einfach nicht einsehen wollte. Trotzdem tut es wahnsinnig weh, zu erkennen, dass eine Freundschaft mir nicht gut tut. Das ist zum Glück noch nicht oft passiert. Vielleicht fällt es mir heute leichter, meine wahren Freunde eher zu erkennen und wertzuschätzen.


Was würdest du deinem Teenager-Ich gerne sagen?

Hör auf, dir die Augenbrauen zu zupfen, dicker Kajal steht dir nicht und benutz mehr Sonnenschutz! Mach dir keine Gedanken mehr über deinen schlaksigen Körper oder deine kleinen Brüste, sondern fang an dich so zu lieben wie du bist. Das geht, versprochen. Sei froh, dass du deine Periode erst so spät bekommst, das ist nämlich absolut nichts worauf du dich freuen solltest und neben Pferden gibt es da einige andere interessante Hobbys, mit denen du dich vielleicht mehr beschäftigen solltest.

PS: Tolle Leistung, wie du dich permanent vorm Schulsport gedrückt hast, ein wahres Meisterwerk!


Was genau hast du studiert? Und wie bist du darauf gekommen?

Freiraumplanung und die Entscheidung war ziemlich spontan. Ich habe meinen Abschluss an der Realschule gemacht und weil ich danach einfach keine Ahnung hatte, was ich mit 16 Jahren mit meinem Leben anstellen soll, bin ich einfach weiter auf’s Gymnasium gegangen. Dann stand ich plötzlich da, mit einem Abi in der Hand und war noch immer nicht wirklich schlauer. Meine Mutter schlug vor, eine Ausbildung zu machen weil „man dann etwas Vernünftiges in der Hand hat“ und weil ich aber keine Ahnung hatte, welche Ausbildung mich interessieren könnte und mich ein Praktikum bei einer Grafikdesign-Agentur dermaßen abgeschreckt hat, habe ich mich kurzerhand dazu entschlossen, die zweite Person in der Familie zu werden, die studiert. Mein völlig planloses und vom Leben überwältigtes Ich hat dann im Studienführer nach potentiell interessanten Studiengängen geblättert und ist auf Innenarchitektur gestoßen. Dazu brauchte man eine Bewerbungsmappe mit Zeichnungen, ich hatte keine Ahnung oder Erfahrung und nur wenige Wochen bis zur Abgabe und so habe ich mich mehr oder weniger als Kompromiss für den Studiengang Freiraumplanung, also Landschaftsarchitektur beworben.

Da habe ich mich mit ach und krach durch die Pflanzenprüfungen gekämpft und bin heute noch froh, dass ich zumindest Ahorn von Platane unterscheiden kann. Aber ich habe eine neue Leidenschaft für mich entdeckt: Stadtplanung. Das Studium war super, ich habe wahnsinnig viel gelernt – auch vieles für meinen heutigen Beruf, so wenig er mit Stadtplanung zutun hat. Aber die Fotografie- Indesign, Photoshop- oder Zeichenkurse haben mich wirklich bereichert und meine Kreativität gefördert.


Wie hast du das mit dem Bloggen und dem Studium gleichzeitig geschafft?

Ich weiß es auch nicht genau. Ich habe während der Semesterferien angefangen zu bloggen, ich hatte also anfangs nicht das Problem. Mein Studium war sehr zeitaufwendig, ich glaube mein Blog dafür nicht so sehr, wie er es heute ist. Ich habe damals auch gerne mal einzelne Bilder gepostet, unter dem ein bis zwei Sätze standen. Mit unserer Karte konnte man jederzeit in die Gebäude und so war es nicht unüblich, bei bestimmten Projektphasen nach den Vorlesungen zu bleiben und morgens den ersten Bus nach Hause zu nehmen. Da ist es dann auch nicht weiter erwähnenswert, schnell ein paar Fotos zu machen und ein paar Sätze zu schreiben. Ich kann mich aber auch noch an die Zeit erinnern, in der ich meine Bachelorarbeit geschrieben habe und vermutlich kurz vor einem Nervenzusammenbruch stand. Ich habe mehrere Wochen fast gar nicht geschlafen, war bereits bei 100 Seiten und habe irgendwie kein Ende gefunden. Damals war ich wahrscheinlich kurz davor, das bloggen aufzugeben und nach der Abgabe meiner Arbeit habe ich mich so leer gefühlt wie noch nie.

Aber in dieser Phase nach dem Abschluss, den vermutlich alle Absolventen kennen, hat mir das Bloggen wahnsinnig geholfen, weil ich weiterhin eine Aufgabe hatte. Meine Prioritäten haben sich dann ein bisschen verschoben. Eigentlich wollte ich nach Hamburg und meinen Master in Stadtplanung machen, ich habe mich dann aber doch kurzfristig entschieden Kommunikationswissenschaften in Münster zu studieren. Obwohl das Studium viel einfacher und weniger zeitintensiv war, war es auf einmal viel schwieriger für mich, alles unter einen Hut zu bekommen, weil plötzlich mein Blog an erster Stelle stand und aus dem Hobby ein Beruf wurde.


Bist du noch mit XY befreundet?

Ich bekomme immer mal wieder Nachrichten zu den verschiedensten Leuten, aber ich hege zu keiner Person einen solchen Groll, dass ich etwas so Privates öffentlich machen würde.

10 Comments

  • 4 Wochen ago

    früher habe ich auch sehr viel gemalt, v.a. Aquarelle … aber irgendwie hat sich das mit dem Stress um Uni & Co. verlaufen. hast mich jetzt doch sehr inspiriert, den Kasten wieder rauszuholen, vl mal an einem verregneten Wochenende

    ❤ Tina von http://liebewasist.com




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    • Jana
      4 Wochen ago

      uuh, sehr cool, da freu ich mich




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  • 4 Wochen ago

    Danke, für die Tipps!<3
    http://www.blogellive.com




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  • 4 Wochen ago

    danke für die beantwortung der teenager-frage, finde ich total nett, wie du fast mütterlich-bestimmt darauf eingehst!




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  • 4 Wochen ago

    Ein wirklich super toller Beitrag und ich muss einfach sagen das ich das malen einfach liebe.
    Ich wünsche DIr einen tollen Abend.
    Liebe Grüße Lisa
    http://www.hellobeautifulstyle.blogspot.de




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  • 4 Wochen ago

    Toller Post, ich mag deine Ask me Anything Beiträge super gerne

    Du kannst so gut zeichnen und ich liebe auch deine Wallpaper – ich habe das vom letzten November immernoch als Hintergrund auf meinem Laptop, weil es mir so gut gefällt Ist ja sowieso bald wieder November

    Toll, dass du so ehrlich bist wenn es um dein Privatleben geht, aber niemanden in die Pfanne haust (letzte Frage).
    Vom Studiengang Freiraumplanung habe ich vorher noch nie gehört, hört sich aber interessant an, besonders Stadtplanung.

    Ganz liebe Grüße,
    Krissi von the marquise diamond
    http://www.themarquisediamond.de/




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  • 4 Wochen ago

    Sehr sympathischer Beitrag. Danke für den Einblick

    Liebe Grüße
    Katja

    http://www.cestlevi.blog | Follow me on Instagram




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  • 4 Wochen ago

    Ich habe mir auch vorgenommen wieder ein bisschen mehr zu malen und kann das nach meinem Praktikum auch hoffentlich in die Tat umsetzen…Ich finde das nämlich auch unglaublich entspannend




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  • Finjay
    4 Wochen ago

    Huhu!
    Jetzt ist mir auch noch eine Frage eingefallen! Passt hier vll ganz gut rein: Gibt es Kommentare, die Du nicht freischaltest, weil sie einfach nur aus Werbung bestehen, beleidigend sind oder nur unpassend? Und wie entscheidest Du das?




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  • Kerstin
    4 Wochen ago

    Hallo Jana,

    vielen Dank für die ausführliche Beantwortung der Fragen, wirklich sehr interessant!
    Da ich selbst sehr gerne aquarelliere, aber zugegebenermaßen trotz Malkurs den Bogen noch nicht so richtig raus habe, würde es mich sehr interessieren, wie du beim aquarellieren vorgehst. Zeichnest du das Motiv erst mit Bleistift grob vor oder malst du einfach direkt mit Aquarellfarbe drauf los? Planst du vorher schon genau, welche Farben du verwendest? Malst du von einer Vorlage, also zum Beispiel einem Foto ab, oder einfach frei Hand? Ich hab leider immer Probleme, die richtige Größe für mein Motiv zu finden. Ich male dann zum Beispiel einen Flamingo und stelle nach Fertigstellung des Körpers fest, dass die Beine nicht mehr richtig drauf passen. Hast du da vielleicht einen Tipp?
    Entschuldige bitte die vielen Fragen, du inspirierst mich sehr und ich würde es so gerne auch so gut hinbekommen wie du :-).

    Ich wünsch Dir einen tollen Tag!
    Liebe Grüße




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