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Weekly Update KW37

In den Medien: Die Bild befiehlt mal wieder die gesellschaftliche Hinrichtung eines Rufs. Und so oft dieses Schundblatt auch seine Skrupellosigkeit beweist, dass es fast schon zum Alltag gehört, so furchtbar ist es am Ende für den Einzelnen. Dieses mal hat es einen ehemaligen Fußballer getroffen, über den die Bild berichtete. Laut einem Bericht der Bild solle dieser seiner Partnerin via Whatsapp Bilder von Missbrauch an Kindern geschickt haben, diesen Tipp gab eine dritte Person an die Polizei. Daraufhin durchsuchte die Polizei das Haus des Verdächtigen und die Bild war live dabei.

Hat er’s getan oder hat die Bild einfach mal wieder irgendeinen Bullshit geschrieben, der sich wie so oft am Ende als absolut falsch herausstellt? Das wissen wir nicht. Wir wissen bislang nur, dass eine uns unbekannte dritte Person zur Polizei gegangen ist und eine Behauptung aufgestellt hat. Aber die öffentliche Verurteilung ist abgeschlossen. Die Bild hat ihr Urteil gesprochen und die Meute rast. Der ARD lässt seine Zusammenarbeit ruhen und falls diese ganze Geschichte sich doch als Hirngespinst herausstellen sollte, macht es weiter keinen Unterschied. Ein Ruf wurde ruiniert und die Bild hat ihre Klicks.

Gedanken: Die Prognose von Volkswagen: In fünf Jahren wird jedes zweite Auto auf der Straße ein SUV sein. Und ich frage mich, haben wir einen exponentialen Bedarf an Förstern, oder was soll der Bullshit? Dass die Autokonzerne ihre gigantischen, spritverschleudernden Todesmaschinen an den Markt bringen wollen, ist ja nachvollziehbar – die bringen eben mehr Kohle als so ein Kleinwagen. Aber mal ernsthaft: Wer, der diese Dinger nicht beruflich braucht und noch ein bisschen Selbstachtung hat, kauft die?

Ich hatte letztens eine Anfrage für eine Kooperation mit einem SUV und selbstverständlich habe ich die abgesagt. Das ganze war aber wohl so undenkbar, dass der Kooperationspartner gar nicht in Erwägung gezogen habe, dass ich diese Autos einfach furchtbar finde, sondern dachte, ich hätte Angst, diese Autos zu fahren und daraufhin versicherte, wie super einfach und sicher das Fahren doch sei. Ja, sicher für mich als Fahrer vielleicht… Es wird Zeit für richtig hohe Steuern, für all die, die keinen beruflichen Nutzen nachweisen können. Es wird auf jeden Fall immer die Richtigen treffen.

New in: Ok, das war ganz schön viel Aufregung und damit es nicht zu düster wird, wollte ich euch noch etwas schönes erzählen. Jetzt, wo es draußen wieder ein bisschen kühler, windiger, regnerischer wird, ärgere ich mich zum einen, dass ich es aus irgendeinem Grund schon wieder nicht ins Open Air Theater geschafft habe und zum anderen bin ich total in Cocooning-Laune. Die Wohnung herrichten, dicke Wolldecken und Kerzen auspacken und ein bisschen umdekorieren – ich bin voll drin, im Zen-Modus. Und im Rahmen einer Instagram Kooperation habe ich unsere Schlafzimmerwand ein wenig überarbeitet. Das Ergebnis liebe ich so, dass ich es euch hier auch zeige. Durchsichtige Rahmen sind der Hammer. Schlagt zu, wenn ihr welche erblickt!

Serientipp: Prime hat eine neue Serie veröffentlicht, die wir gerade gespannt schauen. In den Hauptrollen sind Orlando Bloom und Cara Delevigne und die Geschichte spielt im viktorianischem Zeitalter mit Fantasy-Elementen. Menschen, Feen und ein paar andere Wesen koexistieren in der recht düsteren Stadt „the Burgue“ und neben immer größer werdenden Konflikten gibt es auch zunehmend mysteriöse Morde. Die Kulisse ist der Hammer und wahnsinnig detailreich. Im Moment gibt es die Serie nur mit Untertiteln, die man bei den Akzenten teilweise unbedingt braucht, ab November soll es sie dann auch auf Deutsch geben.

 

Tweets der Woche:

17 Comments

  • Marie
    2 Monaten ago

    Liebe Jana, normalerweise gehe ich immer d‘Accord mit deinen Beiträgen, aber heute fühle ich mich selbst angesprochen – und das im negativen Sinn. Mein Partner und ich haben uns erst diesen Monat einen SUV von Mercedes gekauft. Und wir sind keine Förster oder benötigen dieses Auto für berufliche Zwecke. Ich kann dir aber gerne erläutern, weshalb wir uns für dieses Auto entschieden haben. Mein Partner und ich verbringen unsere Urlaube größtenteils in den den Bergen, vom Mittel- bis zum Hochgebirge, im Sommer wie im Winter. Bis letzten Monat fuhren wir ein Coupé mit Heckantrieb, mit lediglich 3 Türen. Heckantrieb und Schnee in den Bergen war in Kombination für uns in der Vergangenheit schon das ein oder andere mal ein Genickbruch. Der Allradantrieb und die höhere Bodenfreiheit erleichtert und die Fahrt in diesem Gelände sehr, und das nicht nur im Urlaub. Wir wohnen in einem so kleinen Dorf, dass im Winter der Winterdienst die Strecke nicht einmal räumt. Glaub mir, es macht keinen Spaß im Schnee stecken zu bleiben, wenn man morgens auf dem Weg zur Arbeit ist. Des Weiteren brauchten wir einfach mehr Platz – Gepäck für 2-3 Wochen mit Wander- und Campingausrüstung haben wir nur mit Abstrichen in unserem alten Auto untergekommen. Noch dazu wollten wir endlich unsere Fahrräder mit in den Urlaub nehmen, das war mit unserem alten Auto ebenfalls nicht möglich. Und zum Thema „Spritschleuder“: unser GLC vebraucht 7,3 Liter – er ist bei weitem sparsamer als unser altes Auto. Ich würde von mir auch nach wie vor behaupten, dass ich genug Selbstachtung habe, und trotzdem dieses Auto kaufen und mit Freude fahren kann – auch wenn ich es nicht beruflich brauche. Es erleichtert mir massiv meinen Alltag und bereitet mir Freude in meinen Urlauben, in denen ich immer (!) auf das Flugzeug verzichte.




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    • Jana
      2 Monaten ago

      Ich kann dir auch nicht sagen ob das jetzt gerechtfertigt ist, oder nicht. Ich finde es aber gut, dass du dir Gedanken machst, ob du das überhaupt benötigst. Mir ist auch bewusst, dass man ein größeres Auto braucht, wenn man zum beispiel einen Pferdeanhänger fahren muss, aber für wie viele Menschen tritt dieser Grund ein? und wie viele Menschen brauchen tatsächlich einen SUV, weil sie auf dem Land wohnen? Meine Großeltern sind Bauern, die hatten immer kleine Autos und das erste, was sie hatten was ein VW Käfer. Der war so klein, dass sie den Beifahrersitz ausbauen mussten, weil die Milchkannen sonst nicht reingepasst hätten. Und wir waren schon mit einem Opel Astra ganz hoch oben in den Bergen… Die Frage ist halt, was genau benötigt man tatsächlich und die Frage kann ich dir nicht beantworten. Ich sage aber ganz klar, dass ein Hauptteil der Menschen mit diesen dicken karren ganz sicher keine benötigen.




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  • 2 Monaten ago

    Toller Artikel, SUVs und Bild bringen mein Blut zum Kochen. Ich habe deinen Text heute Abend sehr genossen!




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  • 2 Monaten ago

    Ich liebe deine Update Posts und die Tatsache, dass du dich nicht scheust, deine Meinung zu sagen. Und top, dass du die Kooperation abgesagt hast, weil du das nicht mit deinen Werten/deinem Standpunkt vereinbaren kannst.

    Liebe Grüße,
    Krissi von the marquise diamond
    https://www.themarquisediamond.de/




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  • Julian
    2 Monaten ago

    Liebe Jana,
    Deinen Hass auf SUVs kann ich ehrlich gesagt nicht nachvollziehen. Unserer, (VW-Tiguan) verbaucht nur 6,9 Liter – ähnlich einem Familien-Van und wir nutzen ihn als Familienauto. Genug Sitzplätze mit Kindersitzbefestigung, großer Kofferraum. Glaubst Du, ein Familienvan richten weniger Schaden an wenn er in eine Menschenmenge rast? Selbst ein Fiat 500 wäre tödlich on solchem Fall.




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    • Jana
      2 Monaten ago

      Ja, das tut er. Ein Kleinwagen hat eine ganz andere Aufprallfläche. Vielleicht erinnerst du dich noch daran, wie ein SUV in einen Kleinwagen gefahren ist und der Kleinwagen quasi nicht mehr zu erkennen war. Während der SUV Fahrer also bei vollkommener Gesundheit war, hatte der Fahrer im Kleinwagen keine Chance. Wohin führt das? Zu einem perfides Wettrüsten, wer den Größten hat, weil wir nur noch an unsere eigene Sicherheit denken? Fahren wir irgendwann nur noch in riesigen Monstertrucks durch die Stadt?




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      • Julian
        2 Monaten ago

        Und in den Fiat 500 bekommst Du zwei Kindesitze rein?! Das ist doch unrealistisch. Alternative wäre ein Familien-Van mit ähnlichem verbrauch und Gewicht. Und auf eben dieser Alternative sollte dann ein ebenso kritischer Blick liegen wie jetzt auf dem SUV. Wenn Man ihn nicht braucht und ein Fiat500 reicht aus – super, auch wegen der besseren Parkplatzsituation. Aber jetzt jeden SUV-Fahrer zu verteufeln ist unfair. LG, Julian




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        • Jana
          2 Monaten ago

          Auch für eine Familie mit zwei Kindern brauchste keinen Van. Ich habe einen Bruder. Mein Freund hat 3 Geschwister. J Bei Vans gehts nicht nur um den Verbrauch und das gewicht, sondern auch um die Aufprallfläche. Deswegen mein Beispiel mit den Monstertrucks…




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          • Julian
            2 Monaten ago

            Wir brauchen das schon – fahren mit dem Auto auch in den Urlaub (Karre, Gepäck e.t.c.)




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  • Kristina
    2 Monaten ago

    Ich mag deine Homepage eigentlich auch sehr gerne. Aber ich finde es ehrlich gesagt auch sehr schade, dass einfach alle SUV-Fahrer (die nicht Förster sind) jetzt unreflektiert einfach verurteilt werden.
    Wir erwarten im nächsten Monat unser zweites Kind. Zu dem hat mein Mann auch noch zwei Kinder aus einer früheren Beziehung, die auch 50 % der Zeit bei uns verbringen. D.h. ein normaler 5-Sitzer reicht für uns nicht mehr aus.
    Wir waren wirklich in vielen Autohäusern und haben uns verschiedene Möglichkeiten angeschaut. Letzendlich haben wir uns für einen VW Tiguan entschieden mit 7 Sitzen. Ja, das ist ein SUV aber gleichzeitig war es auch eines der kleinsten Autos, in dem 4 Kinder mit Kindersitz untergebracht werden konnten.




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    • Jana
      2 Monaten ago

      Den SUV habt ihr euch aber sicher nicht ausgesucht, weil er so günstig ist. Es gibt auch günstige Familienwagen, die nicht eine so hohe Aufprallfläche haben. Das war eure Entscheidung und wenn du sagst, das ist die beste Lösung für euch, dann möchte ich sagen, dass es meiner Meinung nach trotzdem ganz andere Lösungen gibt. Ich kenne genug große Familien, die keinen Van besitzen. Wenn du sagst mir gefällt aber dieses Auto und ich nehme das Risiko, das damit einhergeht in Kauf, dann ist das soweit ok – wir sind alle nicht perfekt und wir haben alle Dinge, die wir nicht vermeiden können oder wollen, obwohl es vielleicht besser wäre. Ich bin zum Beispiel kein Veganer und ich esse gerne mal Käse oder Quark und ich weiß, dass es eigentlich eine gute Sache wäre, komplett drauf zu verzichten, aber ich dämme es höchstens ein und finde es beeindruckend, wie manche Menschen konsequent ganz drauf verzichten… Und trotzdem ist es wichtig, all diese Dinge anzusprechen – gerade in den Industrien, in denen die Lobbyarbeit so unfassbar groß ist.




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      • Kristina
        2 Monaten ago

        Ich habe ja auch nie behauptet, dass wir zu wenig Geld haben, um uns ein solches Auto leisten zu können. Du hast gefragt: Wer, der diese Dinger nicht beruflich braucht und noch ein bisschen Selbstachtung hat, kauft die? Antwort: Beispielsweise eine 6-köpfige Familie.
        Wenn es dir lediglich um die Aufprallfläche geht, dann dürfte auch niemand mit ein bisschen Selbstachtung einen Smart fahren oder in einen gewöhnlichen Linienbus einsteigen.




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        • Lina
          2 Monaten ago

          Vielleicht seid ihr dann einfach eine 6 köpfige Familie ohne Selbstachtung… Kannst ja mal testen was passiert, wenn ein SUV einen Smart rammt.




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  • Jari
    1 Monat ago

    Ich lese deinen Beitrag zufällig erst jetzt und ich würde einfach gerne sagen – du hast Recht. Wie immer melden sich wahrscheinlich hier grade nur die zu Wort, die sich negativ angesprochen fühlen, nämlich SUV Fahrer, die sich ihre Gründe schönreden. Deshalb einmal ein kurzes Handzeichen zur Unterstützung deines Beitrags – I agree 100%.

    Vor 30 Jahren hat auch noch kein Hahn mit Familie nach nem dicken SUV geschrien, und tendenziell waren Familien vor ein paar Jahrzehnten noch größer als sie es heute sind. Meine Schwester beispielsweise hat auch zwei Kinder – eins davon behindert und deshalb mit einer Menge Kram den man immer mitschleppen muss – und trotzdem hat sie keinen SUV, sondern ein Lastenfahrrad mit Elektroantrieb. Ich will damit nur sagen, wer will, der kann. Wer nicht will und nur nach guten Gründen sucht, verteidigt sich dann eben panisch.




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    • julian
      1 Monat ago

      Panisch ist gut, ich glaube es gibt zu dem Thema eben mehrere Meinung. Natürlich denkt jeder, seine Meinung wäre die einzig richtige (ich übrigens auch). Ich finde unseren SUV nach wie vor eine gute Entscheidung und würde mit Elekto-Fahrrad nicht auskommen.




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      • Jari
        1 Monat ago

        Lieber Julian, sicher gibt es mehrere Meinungen, und sicher ist nicht nur eine richtig. Aber allein das Argument „Zwei Kinder und in den Urlaub fahren“ ist für mich einfach kein besonders gutes. Ich verstehe SUVs z.B. bei Menschen mit Behinderung, die es wegen der erhöhten Sitzposition somit einfacher haben. Aber ich weiß aus eigener Erfahrung, dass es auch anders geht (drei Kinder, Volvo Kombi, Fahrten nach Frankreich von bis zu 14 Stunden – alle überlebt, alle happy). Natürlich verbietet dir keiner, weiterhin deinen SUV zu fahren, aber dann solltest du auch einsehen, dass es weder eine umweltfreundliche, noch besonders sichere (für alle anderen Verkehrsteilnehmer) Wahl ist und dich nicht empören, wenn dir das auch auf den Kopf zugesagt wird. Und mit dem Elektrofahrrad auskommen würdest du schon, es wäre halt nur anstrengend(er). Wie vieles.




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        • Julian
          3 Wochen ago

          Nein das stimmt – der eine fährt nen SUV aber fliegt wenig und ist Vegetarier (was umweltfreundlicher ist als Fleisch zu essen aus vielen Gründen).
          Der andere fährt Electro-Fahrrad, fliegt aber ganz gern weit in den Urlaub und isst gern Fleisch.
          Und das mit tausend weiteren Aspekte und in tausend weiteren Kombinationen.
          Die Ökobilanz unterm Strich zählt und jeder kann (finde ich) selbst entscheiden wo er mehr zu Opfern bereit ist und wo weniger. Einen Aspekt jetzt so hervorzuheben und zu verteufeln find ich völlig unnötig und auch unfair.




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