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Ich folge dir nicht mehr

Mitte der Neunziger Jahre war das allgemeine Schönheitsbild auf den Fidschi Inseln geprägt von Kurven und einem üppigen Erscheinungsbild. 1995, ein Monat nach den ersten Fernsehausstrahlungen auf einer der Inseln konnte ein Fall von Anorexia nervosa verzeichnet werden, 3 Jahre später hatte ein Drittel der Teenager sehr hohe Werte bei einem Essstörungs-Test. Statt 0% vor 3 Jahren, gaben nun 11% an, sich regelmäßig zu erbrechen.

Fernsehen, Kino, Plakate – ich bin damit groß geworden und trotzdem gab es eine große Distanz zu diesem Thema. Ich war als Kind dünn. Sehr dünn. Das war nicht schön und in meinen Augen nie erstrebenswert: Ich wurde deswegen gehänselt, angestarrt und bemitleidet. Sehr viele Jahre später habe ich erst erkannt, dass es Menschen gibt, die mein damaliges Aussehen tatsächlich als Schönheitsideal betrachten.

Mittlerweile kann man sich dem Körperkult wohl auch auf dem kleinsten Dorf nicht mehr entziehen. Wir sind verbunden, über das Internet. Das ist eine unglaubliche Innovation, aber eben auch manchmal nicht ganz ungefährlich. Wir konsumieren perfekte Leben wie Popkorn. Tolle Wohnungen, einzigartige Urlaube, arrangierte Frühstücksbilder und makellose Körper. Wir scrollen und scrollen und es wird mehr. Der Druck ist überall, auch bei den Größten. Jeder Facetuned sich dünner. Oder kurviger. Hauptsache anders als man eigentlich ist, weil zufrieden ist irgendwie niemand. Ich habe vor einiger Zeit den Account Celebface entdeckt. Dort sieht man die Originalversion des Fotos und die Version, die Kendall Jenner, Kim Kardashian, Naomi Campbell, Rita Ora & Co von sich hochladen im direkten Vergleich. Wenn die schon zu wenig Selbstbewusstsein haben, wie soll es dann den Konsumenten gehen?

Man macht jetzt digitales Detox. Nicht das Handy benutzen ist jetzt etwas besonderes. Vergesst Saftkuren, Offline Leben ist das neue Gesund. Laufen wir irgendwann nur noch mir VR-Brillen durch die Gegend und haben vergessen, was digital und was real ist, wie in einer Black Mirror Folge? Ich habe so viele Artikel dazu gelesen, dass Social Media Depressionen fördert, dass je öfter man sich auf Social Media Kanälen befindet, desto größer die Depression ist, dass ich mich allein dadurch fast schon depressiv fühle. Ich habe aber, um das ganze zu vervollständigen,  auch über die Studie der Uni Erfurt gelesen, deren Ergebnis war, dass sich Depressive durch soziale Medien stärker eingebunden fühlen und häufiger Whatsapp und Messenger nutzen als Menschen, die nicht unter Depressionen leiden.

Am gefährdetsten sind wohl Jugendliche, das ist keine große Überraschung. Aber auch Erwachsene orientieren sich ab und zu einmal zu häufig an den perfekten digitalen Leben der anderen. Auch mir passiert das. Aufräumen bei Social Media verhält sich also ähnlich, wie Aufräumen im echten Leben: Schaut euch an, wer so in eure Timeline gespült wird. Bringt mir das was? Bekomme ich ein gutes Gefühl dadurch? Werde ich inspiriert? Oder fühle ich mich nur gelangweilt oder sogar ein bisschen schlechter, wenn ich diese Bilder/Videos/Texte sehe? Dann raus damit!

2 Comments

  • samama khan
    3 Wochen ago

    Love so so much this outfit.
    Regards.
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  • 2 Wochen ago

    Hey Jana,
    ich finde den Artikel wirklich anregend. Ich glaube das ist ein Thema das uns alle wirklich ständig beschäftigt und worüber man wirklich reden muss.

    Ganz liebe Grüße,
    Sophia




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