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in 4 Stunden in einer anderen Welt

Wir haben uns Ende letzten Jahres dazu entschieden, noch ein weiteres mal nach Marrakech zu fliegen, dieses mal gemeinsam mit unseren Eltern. Marrakech bietet sich super an, weil man eine komplett andere Welt erleben kann, trotzdem aber nur 4 Stunden fliegen muss. Und weil die Flüge unschlagbar günstig sind, natürlich. Wir haben 30 Euro pro Flug bezahlt, plus Gepäck falls benötigt und hätten wir ein wenig eher gebucht, hätte ein Flug nur 15 Euro gekostet.

Übernachten

Der Lebensunterhalt in Marrakech kann wahnsinnig preisgünstig bis superteuer sein. Längst haben sich an jeder Ecke und mitten in der alten Medina teure Restaurants und Luxusriads vemehrt. Ein klassisches Riad ist DIE Gebäudeart in Marrakech. Hierbei handelt es sich um ein nach außen recht unscheinbares Gebäude, das einen offenen Innenhof, oft mit einem kleinen Becken oder Pool, besitzt, um den herum sich die Zimmer befinden. Diese Zimmer gibt es in jeder erdenklichen Preiskategorie – ihr bekommt das, was ihr bezahlt, vom Luxushotel bis zum Hostel, von wenigen Euro bis hin zu hunderten, allerdings kann man sagen, dass man für ca. 20 – 30 Euro pro Person pro Nacht bereits ein schönes Zimmer mit Frühstück bekommen sollte. Achtet am besten darauf, dass ein Shuttle Service angeboten wird – es gibt hunderte Riads und die Medina ist wie ein Labyrinth. Dass der Taxifahrer genau weiß, wo sich das Riad befindet, ist nicht unbedingt sicher, auch wenn er es bestimmt am Flughafen versichern wird. Wenn ihr nach einem Zimmer sucht, schaut am besten, dass das Riad sich zentral in der Medina und fußläufig zum Djemaa el Fnaa befindet. Im besten Fall und wenn ihr bereit seid, ein wenig zu laufen, müsst ihr nicht einmal ein Taxi nutzen.

Lebendige Schnecken bei einem Essensstand

Essen

Teure Restaurants gibt es wie gesagt einige und nur wenige von ihnen schenken Alkohol aus. Das Nomad ist immer sehr beliebt, aber auch hier müsst ihr mal auf Alkohol verzichten. Ansonsten gibt es das Le Jardin, die Terrasse des épices oder Atay, die sehr schön eingerichtet sind, aber eben auch sehr europäische Preise haben. Am leckersten sind die kleinen Buden in der Medina, in denen man für ca. 1 Euro ein großes Brötchen mit Ei, Gemüse und anderem Zeug bekommt. Abends wird der zentrale Platz Djemaa el Fnaa umgebaut in einen riesigen Foodmarket. Um hier durchzulaufen, sollte man sich vorbereiten. Gleich vor dem Markt stehen bereits Mitarbeiter, die euch mit viel Geschick zu ihren Ständen leiten und die ihr nicht mehr los werdet, solltet ihr einmal stehen bleiben. Macht euch also am besten vorher Gedanken, was ihr essen wollt und vor allem wo. Stand Nr. 14 gleich auf der Ecke ist ein super Tipp, wenn ihr Fisch essen wollt. Die Auswahl ist super, es wird mit den Fingern gegessen und die Preise sind unschlagbar. An jeder Ecke wird einem Stand Nr. 1 empfohlen, den ich aber als  vergleichsweise teuer empfand. Dort zu essen ist ein Erlebnis, es ist definitiv nicht entspannend. Aber trotzdem: Traut euch einfach, esst dort, wo die Einheimischen sitzen und schaut am besten vorher, ob es dort nur Schnecken gibt, falls das nicht eure Leibspeise ist. ;) Wenn ihr euch ein Henna malen lassen wollt, besucht das berühmte Henna Café, in dem auch die Preise für die Speisen sehr gut sind.

Djemaa el Fna

Djemaa el Fna
Stand Nr. 14
Die Koutoubia Moschee im Hintergrund

Der Djema el Fna ist das Herz der Medina. Auf diesen Platz werdet ihr immer wieder treffen und es ist wahnsinnig spannend, den Trubel zu beobachten. Am besten geht ihr auf eine der Dachterrassen, (Zum Beispiel Café del France) die um den Platz verteilt sind. Meist kommt ihr nur auf die Terrasse, wenn ihr beim Betreten eine Cola, einen Kaffee oder ähnliches bestellt, aber die Aussicht lohnt sich – vor allem zum Sonnenuntergang. Ein kleiner Dämpfer ist die Tierquälerei, die man hier tagtäglich beobachtet. Auf dem Platz laufen Männer mit angeketteten Affen herum, die Touristen zu einem Foto verleiten wollen (und viele machen tatsächlich eins) und Kutschfahrer verprügeln immer wieder ihre Pferde mit der Peitsche. Jede Aktion, die mit einem Tier zutun hat, habe ich also natürlich tunlichst vermieden und lieber die vielen Katzen in den Gassen gestreichelt. Um die kümmern sich die Einwohner nämlich lustigerweise doch meistens.


Sightseeing

im Jardin le Secret
Koutoubia Moschee
Bahia Palast
Badi Palast
Bahia Palast

Sehen solltet ihr unbedingt die alte Koranschule Ben Youssef, die bei unserer Ankunft wegen Renovierung leider für Monate geschlossen war. Aber prüft das am besten selbst noch einmal nach, wenn euch jemand diese Info auf der Straße geben sollte. Das ist oft ein bekannter Trick, um euch in einen anderen Laden zu führen. Der Palast Bahia ist wunderschön und beeindruckend und die Besichtigung ist bei einem Eintrittsgeld von 10 Dirham (ca. 1 Euro) wirklich erschwinglich. Nicht mehr so gut erhalten ist der Badi Palast, aber auch hier lohnt sich ein Besuch, allein die Dimensionen sind sehr beeindruckend. Gleich in der Nähe befinden sich die Saadian Tombs, die ihr euch für 10 Dirham anschauen könnt. Der berühmte Jardin Majorelle war bei unserer Ankunft so überfüllt (eine ca. 300 meter lange Schlange hatte sich davor gebildet), dass wir uns die 70 Dirham gespart haben. Der neue Jardin Secret ist meiner Meinung nach mit 50 Dirham Eintrittsgeld viel zu teuer.

Mein persönlicher Tipp, insbesondere wenn ihr in einer Gruppe seid, ist ein persönlicher Guide. bei Getyourguide könnt ihr zum Beispiel einen Guide anfragen. Die Regelungen in Marrakech sind mittlerweile sehr strikt und man braucht zwingend eine Lizenz, um als Guide arbeiten zu können. Deshalb könnt ihr euch fast sicher sein, dass ihr von jemandem rumgeführt werdet, der sich bestens auskennt und euch auch wirklich schöne Ecken zeigt.


Essaouira

Der Tagestrip nach Essaouira hat sich allerdings sehr gelohnt und ich wäre gerne noch einen weiteren Tag an der Küstenstadt geblieben. Zweieinhalb Stunden fährt man in etwa von Marrakech aus. Die Stadt ist kleiner, ruhiger, entspannter als Marrakech und vor allem auch günstiger. Wenn ihr euch etwas kaufen wollte, würde ich es erst in Essaouira versuchen. Hier habe ich bereits einen Artikel zum Handeln und shoppen in Marrakech geschrieben.

Es ist unfassbar windig und ich meine, man nennt Essaouira sogar Stast des Windes. Aber es gibt schlimmeres, als mal ordentlich durchgepustet zu werden von einer frischen Meeresbrise.


Eine Reise nach Marrakech ist nicht gerade ein Erholungsurlaub. Es ist wahnsinnig viel los auf den Straßen und von allen Seiten kommen Menschen, die einem den Weg zeigen wollen oder etwas verkaufen möchten. Aber das sollte euch nicht abschrecken – die Menschen sind trotzdem lustig und nett und es macht immer Spaß, sich mit ihnen zu unterhalten. Auch als Frau hätte ich keine Bedenken, alleine durch die Medina zu laufen – im Gegenteil, wenn ich alleine war, wurde ich meistens sogar eher in Ruhe gelassen und nicht ständig angesprochen. Marrakech ist einfach so anders, als die vielen Orte, die ich bereits sehen durfte und die Architektur ist einfach atemberaubend schön. Und so laut und hektisch das Treiben in den Souks auch ist – hinter jeder Mauer findet sich eine kleine, ruhige Oase, in der man sich entspannen kann. Jeder sollte das einmal gesehen haben, wenn er die Gelegenheit dazu hat.

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13 Comments

  • 4 Monaten ago

    So ein toller Beitrag. Mir hat Marokko auch so unglaublich gut gefallen!

    Liebe Grüße und noch eine schöne Woche.
    Celine von http://mrsunicorn.de




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  • 4 Monaten ago

    Tolle Bilder und ein schöner Bericht. Da bekomme ich direkt Lust dorthin zu reisen

    Liebe Grüße!




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  • Scheibel
    4 Monaten ago

    ESSAOUIRA richtig geschrieben




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    • Jana
      4 Monaten ago

      Mist, ich habs bis zum Ende nicht geschafft,d as richtig auszusprechen




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  • Ina
    4 Monaten ago

    Sorry – ich finde deine Beiträge so oft lesenswert und feiere, dass du eine (meiner Meinung nach) sehr gesunde, reflektierte Haltung zu relevanten Themen hast – ohne Scheu, damit auch mal anzuecken oder unbequeme Gedanken anzustossen. Umso mehr hat es mich grad enorm erschreckt, dass du hier Flüge für 30 (wow, vielleicht sogar 15!) Euro anpreist. Reisen ist etwas Wunderbares, ja klar, und Horizonterweiterung tut gut. Gleichzeitig ist Reisen für mich aber auch kein Discount-Vergnügen für mal eben einfach so, kost ja nix, macht ja nix… Sofern wir nicht Donald mit Vornahmen heissen und eine ungesunde Gesichtsfarbe zur Schau stellen, sollte uns doch allen das Phänomen, nein Problem „Klimawandel“ ein Begriff sein. Klar, die Welt sollte allen offen stehen, aber irgendwann fehlt mir persönlich einfach der (Gegen-)Wert für das, was eine solche Reise für unsere Erde auslöst, für mich und meine Mitmenschen und alle unsere Nachfahren. Ich will überhaupt nicht ins Blaue hinein behaupten, dass dir das egal ist. Aber ich glaube, einer ganz grossen Mehrheit der Menschen vielleicht doch, und solche Schleuderpreise für einen – meiner Meinung nach grossen Luxus – führen vermutlich nicht zu mehr Bewusstsein für das Reisen in der heutigen Zeit.
    Da du – so nehme ich dich wahr – dafür einstehst, verantwortungsvoll im Netz aufzutreten, würde mich wirklich interessieren: Wie stehst du zu der Thematik, gerade in Bezug auf Billig(st)-Reisen, und ist das für dich etwas, dass dein Reiseverhalten beeinflusst? Bzw. etwas das deine Kommunikation an deine Leser prägt? Verzeih mir die Aussage, aber es scheint, hier grad irgendwie nicht.
    Lieben Gruss nach Berlin
    Ina




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    • Jana
      4 Monaten ago

      Ich glaube, zu einem gewissen Grad beeinflusst mich der Umweltgedanke schon, auch wenn ich ganz sicher kein großes Vorbild bin und es sehr viele Leute gibt, die es wohl besser und konsequenter machen als ich. Vielleicht ist dir aufgefallen, dass ich bei weitem nicht mehr so oft fliege, wie ich es noch vor einigen Jahren tat. Ich sage immer öfter Jobs ab, die weit weg sind, wenn ich es nicht irgendwie mit etwas anderem verbinden kann und wenn das Ziel irgendwie auch einigermaßen erträglich mit dem Zug zu erreichen ist, fahre ich lieber mit dem Zug. Nach Düsseldorf zum Beispiel würde ich wirklich nur ungern fliegen.
      Aber es wäre gelogen, wenn ich sagen würde, ich würde alles richtig zu machen. Ich verzichte auf Fleisch und sämtliche Produkte aus Massentierhaltung, ich kaufe keine Milch mehr, versuche so oft es geht das Auto stehen zu lassen, aber klar, ich lebe nicht autark im Wald und ich sehe gerne etwas von der Welt. Über den Preis an sich habe ich mir aber ehrlich gedacht nie so große Gedanken gemacht. Wenn ich jetzt ein paar Hundert Euro für den Flug bezahlt hätte oder mit eine andere Airline genutzt hätte, wäre da der CO2 Ausstoß anders? Ich weiß es wirklich nicht, ich habe mich damit ehrlich gesagt noch nie auseinandergesetzt.

      Ich habe übrigens mal einen sehr ähnlichen Text geschrieben, vor ca. einem Jahr: https://bekleidet.net/2016/09/ueber-die-gefahren-von-schwarz-und-weiss/




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      • Ina
        4 Monaten ago

        Danke für deine schnelle Antwort – du hast absolut Recht, S/W Denken ist bescheuert und ich masse mir auch selbst überhaupt nicht an, perfekt zu sein (oder erwarte das von dir oder sonst wem, ob öffentlich oder nicht). Ich esse vielleicht vegan, aber bis dahin war es ja auch ein weiter Weg, und sicher kein perfekter. Ich freue mich über jeden, der über die Art Ernährung /Einstellung nachdenkt und vielleicht etwas ändern möchte – aber will auf keinen Fall missionieren. Ausserdem lebe ich seit einigen Jahren in Zürich, meine Familie sitzt aber immer noch in NRW (Habe ebenfalls in Münster studiert;) – natürlich kann ich da nicht zu Fuss hin und kenne nur zu gut die Kommentare à la „Siehste, vorne rum isst du nichts tierisches aber jetzt fliegst du doch übers Wochenende mal eben nach Deutschland. Schön scheinheilig!“.
        Daher: Ich wollte viel weniger mit dem Finger zeigen und sagen “ Du machst das falsch“, sondern eher darauf hinweisen, dass der Aspekt von vielleicht gedankenloser und sicher umweltunfreundlicher Vielfliegerei bei so billigen Preisen auftaucht – und das man allenfalls darauf hinweisen kann.
        Und ich denke, ja, der Preis macht einen Unterschied: Fliegen oder Reisen wird dadurch zum Discount-Erlebnis und statt bewusst zu reisen macht manch einer so vielleicht viel eher mal schnell noch einen Ausflug mehr durch die Luft, weil hier das Wetter doof ist und billig ists ja auch, besser als Langeweile, ausserdem sahs bei der Bloggerin so nett aus, ja dann halt, fliegen wir eben…Damit steigt der Flugverkehr stark an und das hat dann schon wieder einen grossen Einfluss, meinst du nicht?
        Mir ist total klar – du bist kein amerikanisch vorsorgliches Hinweisschild, du musst jetzt nicht vor allen überhaupt möglichen Risiken und Nebenwirkungen warnen, klar. Aber ich finde es heutzutage eher schwierig, ohne jeden Kommentar solche Dinge zu bewerben – daher konnte ich es nicht ganz sein lassen, es von aussen zu machen.
        Aber nochmal: Ich lese deine Beiträge nach wie vor im Vergleich zu sehr vielen anderen Bloggern/Influencern/Selbstdarstellern sehr, sehr gern und finde die Viel-Kritisierer zu allem und jedem auch anstrengend. Weils aber ein Herzthema von mir ist – nimm mir den episch langen Kommentarfluss und Hinweis hier nicht übel;)




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  • 4 Monaten ago

    love this pics…




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  • 4 Monaten ago

    Was für ein toller und informativer Beitrag – die Fotos sind auch einfach ein Traum! Da will man sofort hinfliegen!




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  • 4 Monaten ago

    Wow! Ein ganz, ganz toller Beitrag! Ich bin auch total begeistert von Marokko, und ich kann nicht verstehen, wie ganz viele Menschen so große Vorurteile über dieses Land haben…
    Ich bin über Ostern zum 3. Mal dort und ich muss sagen, man wird nie müde von diesem Land, dem Trubel und den Menschen.
    Ich hoffe, ich schaffe es diesmal nach Marrakech!
    Alles liebe 💖




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  • 4 Monaten ago

    Ein wunderbarer Eintrag mit unglaublich schönen Eindrücken – Du hast mich echt angefixt und ich habe mir jetzt vorgenommen im Spätsommer für ein verlängertes Wochenende dort hin zu fliegen

    Den Beitrag direkt gemerkt, sodass ich nochmal auf die Tipps zurückgreifen kann!




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  • 4 Monaten ago

    Liebe Jana,

    ich kann dir nur zustimmen. Marrakesch ist wie eine andere Welt. Ein kompletter Gegensatz zu Deutschland. Mir hat es dort letztes Jahr auch sehr gefallen. Das war ein sehr schöner und entspannter Urlaub für mich. Ein bisschen rumschlendern und die tolle Atmosphäre genießen.

    Die Bilder, die du gemacht hast, sind echt sehr überzeugend für alle, die noch nie dort waren. Es lohnt sich auf jeden Fall!

    Liebe Grüße
    Katja

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  • 4 Monaten ago

    Wow – so viele schöne Eindrücke. Echt der Hammer, dass es dann eine so andere Welt direkt ist. Ich plane dieses Jahr auch nach Marokko zu fahren und freue mich jetzt schon umso mehr
    LG
    Brini
    http://www.brinisfashionbook.com




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