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Weekly Update KW07

In den Medien: Ich möchte euch einen Twitter-Account empfehlen, der durch eine schlaue Vertauschung der Geschlechterrollen ein wenig mehr Klarheit über den aktuellen Stand unserer Gesellschaft bringt. Der Account heißt „das bisschen Arbeit“ und und sämtliche Stereotypen werden hier einfach umgedreht. Die Männer sind Zuhause, ziehen die Kinder groß und die Frauen fragen sich Dinge wie „Heute vier Vorstellungsgespräche. Stefan (24) brachte alle Qualifizierungen mit. Aber soll ich das Team wirklich von einem Mann im zeugungsfähigen Alter leiten lassen? Mal ganz ehrlich: Da suche ich ja in einem Jahr direkt den Nachfolger.“

Und selbst ich, die sich selbst als voll emanzipiert einschätzt, lese diese Sätze und denke mir „ok, so herum klingt es wirklich abgefahren“ und noch häufiger muss ich an Situationen denken, in denen Freunde von mir gerade exakt so drin stecken. Ein großes Thema, aber nicht das einzige, ist die Erziehung der Kinder und Haushalt:

Heteronormative Werte sind so tief in unserer Erziehung und in unserer Geschichte verankert, dass wir sie vermutlich nicht einfach abschütteln können. Das setzt sich fest in unseren Rollenbildern, die wir ganz unterbewusst annehmen, aber auch in unserem Selbstwertgefühl. Als mein Freund sich auf eine höhere Stelle beworben hat, meinten seine Kolleginnen, die absolut qualifiziert und fähig in ihrem Job sind, dass sie das nicht gemacht hätten. Vor einiger Zeit hat eine Freundin mir noch erzählt, dass in ihrem Job eine Kollegin sitzt, die so unfreundlich ist und aussieht wie so ein richtiger Mann und ich habe mich gefragt, wie oft wohl das Aussehen männlicher Kollegen diskutiert wird. Das sind nur so kleine Beispiele, die uns im Alltag, wenn wir darauf achten hundertfach begegnen und in die ich mich selbst auch immer wieder verstricke, weil es so erschreckend normal wirkt.

 

Gedanken: Ich habe die Tage im Deutschlandfunk einen Beitrag zur Wehrpflicht gehört und dabei gedacht, wie schade es ist, diese einfach alternativlos abgeschafft zu haben. Wäre es nicht eine sinnvolle Alternative gewesen, wenn jeder junge Mensch – ob weiblich oder männlich – nach dem Schulabschluss ein Jahr für die Gesellschaft absolvieren muss? Dabei könnte man sich aussuchen, ob man tatsächlich zum Bund gehen möchte, eine soziale Einrichtung unterstützt oder vielleicht auf irgendeiner Insel Vögel zählt. Ich glaube, so ein Jahr würde so manchem unentschlossenen, verlorenem Schüler helfen, sich nicht überstürzt in irgendein Studium zu stürzen, sondern erst einmal die eigene Mitte zu finden (mir zumindest hätte das sicher gut getan). Zumindest ansatzweise, denn wenn wir ehrlich sind, weiß wohl niemand mit 18, wer er eigentlich ist.

New in: Wie vermutlich jedes mal, wenn man umzieht, haben wir in letzter Zeit hauptsächlich Kram für die Wohnung bestellt. Dadurch, dass unsere jetzige Wohnung nicht nur kleiner ist (dafür haben wir einen richtigen Keller und ich will nie wieder ohne auskommen müssen), sondern auch einfach überall Dachschrägen hat (was wahnsinnig gemütlich ist, aber eine Herausforderung für die Einrichtung), mussten wir einiges an Möbeln verkaufen. Dafür haben wir uns endlich für ein Sofa entschieden, das man tatsächlich elektrisch ausfahren kann (das ist die Zukunft!) und Gottseidank konnten wir unsere Küche hier in leicht veränderter Form wieder einbauen.

Was ich aber ganz besonders liebe, sind unsere neuen Stühle. Die ersten, die nicht nur ein paar Mark gekostet haben und jetzt für laaange Zeit halten sollen. Sie passen auf jeden Fall perfekt zu unserem wunderschönen, von Ansgars Vater handgefertigten Nussbaumtisch. Damit hätten wir schonmal eine Ecke, die soweit fertig ist. Juhu!

Need to see: Die Serie Handmaids Tale gibt es jetzt ganz offiziell auf Amazon Prime zu sehen und wer sie noch nicht geschaut hat: Pflichtprogramm! Meine lieben Internetfreunde, dies ist die vielleicht einzige Serie, die besser ist als das Buch. Noch nie habe ich eine so ergreifende, spannende und glaubwürdige Serie gesehen. Ihr müsst das schauen!

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