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weekly update KW06

Gedanken: Chiara Ferragni zeigt in einem ihrer Instaposts, in denen sie für einen Nagellack wirbt, einen Pullover mit der Aufschrift „Ich komm zum Glück aus Osnabrück“, der ein bisschen aussieht, wie ein Ein-Euro-Fund aus der Wühlkammer eines Second Hand Shops. Witzig, dass dass diese internationale Influencerin aus Italien gerade einen Pullover mit einem Osnabrücker Spruch trägt. Was ich mir hätte denken können – es ist Vetements. Natürlich ist es das.

Der vermeintliche Wühlpullover kostet nämlich stolze 890 Dollar und ist eigentlich keine große Überraschung. Vetements verkauft schon lange Quatsch wie DHL-Shirts zu völlig abgehobenen drei- bis vierstelligen Preisen und das witzige daran: Die Leute feiern und kaufen es. Ich liebe Vetements dafür, es ist, als würden sie der Fashionwelt ihren Mittelfinger entgegenstrecken und keinen kümmert es – ich kann mir vorstellen, wie sie irgendwo in einem stillen Kämmerchen sitzen, sich über diese Leute kaputt Lachen und in Geldscheinen baden. Es zeigt so gut, wie sinnlos es ist, tausende für eine Tasche, eine Sonnenbrille oder ein Kleidungsstück auszugeben, nur weil das Logo eines Designerlabels fett draufgedruckt ist.

What happened: Ich war im medizinhistorischen Museum in der Charité Berlin. Dort kann man sich durch 300 Jahre Medizingeschichte arbeiten und gruseln. Alles mögliche, was dort so in den letzten 300 Jahren aus Menschen rausgeschnitten wurde, wurde hier schön präpariert und ausgestellt: Von Gallensteinen über Tumore bis hin zu deformierten Neugeborenen. Spätestens beim von Bandwürmerlarven befallenen Gehirn wurde mir ganz anders und immer wenn ich daran denke, bekomme ich Kopfschmerzen. Falls ihr euch selbst ein Bild davon machen wollt, findet ihr hier die Öffnungszeiten und Eintrittspreise.

Auf dem Plan: Ich arbeite noch an den Marrakech Posts. Wir haben wirklich reichlich Fotos gemacht und ich wollte noch einen Beitrag zum Thema handeln schreiben, weil das eigentlich sehr interessant ist. Ein Post kommt jedenfalls schonmal die Tage und nächste Woche zeige ich euch, was ich für eine große Brand umgesetzt habe. Ich hatte nämlich einen wundervollen Illustrationsauftrag, über den ich mich sehr gefreut habe.

Und ich muss unbedingt häufiger ins Kino gehen, zur Zeit gibt es nämlich wahnsinnig viele gute Filme. Wunder schauen wir morgen an, dann möchte ich unbedingt Three Billboards outside Ebbing, Missouri sehen und die dunkelste Stunde soll auch sehr sehenswert sein. Die letzten Jedi habe ich noch immer nicht gesehen. The Disaster Artist, der Film über die Entstehung des schlechtesten Films aller Zeiten, steht auch auf meiner Liste, ganz im Gegensatz zu the Greatest Showman – ein Film über einen Tierquäler und Rassisten, der in diesem Film gefeiert wird wie ein Star.

New in: Wenn ich ein Buch habe, das mich so gar nicht interessiert, dann quäle ich mich meist noch durch ein paar Seiten und dann habe ich monatelang keine Lust mehr, mein Kindl anzufassen. Das ist jedes mal ärgerlich, weil ich eigentlich ein totaler Bücherwurm bin. Die Flockenleserin habe ich bis zur Hälfte geschafft, aber oh Gott, es ist irgendwie so schleppend langatmig, obwohl das Thema an sich sehr interessant ist. Jetzt nach 2 Monaten Pause habe ich es aufgegeben und mir Insomnia gekauft, obwohl Psychothriller eigentlich auch nicht unbedingt mein Genre ist. Ich hoffe, es wird dieses mal besser. Ich habe es übrigens immer noch nicht übers Herz gebracht, das dritte Buch meiner Lieblingsautorin Donna Tartt zu lesen, weil ich dann alle Bücher gelesen hätte und sie vielleicht nie wieder eins schreiben wird.

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10 Comments

  • Finjay
    9 Monaten ago

    Huhu!
    Ich habe mich neulich mit einen aus dem Naturkundemuseum unterhalten (Insektenpatenschaften sind ein großartiges Geschenk!!) und er erzählte mir, dass sie im Naturkundemuseum in der Nasssammlung Sachen haben, da ist die Charité ein Witz gegen… Kommt man leider nicht rein, weil es im abgesperrten Bereich ist. Die Ara Ausstellung ist übrigens auch schön und die Mineralien und die Sielmann Ausstellung! Die kann man sich dann auch tatsächlich anschauen. https://www.museumfuernaturkunde.berlin/




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    • Jana
      9 Monaten ago

      Im Naturkundemuseum war ich auch schon, fand ich wahnsinnig interessant. Aber die Gläser die öffentlich sichtbar sind, fand ich sogar vergleichsweise eher harmlos. Wahrscheinlich weil es in erster Linie Tiere waren?
      Tolles Museum jedenfalls, könnt eich mal wieder hin.




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  • Vicky
    9 Monaten ago

    Inzwischen zahlt man doch überall nur noch für das Label. Als ob die anderen Brands den Preis, den sie verlangen, Wert wären. Es ist inzwischen in fast jedem Preisbereich so, dass Klamotten Ramsch sind – für was Qualität? Trägt man doch eh höchstens ein Paar Mal! Quantität zählt… wäre das anders hätten wir keinen primark und ccc auf dem Alexanderplatz!




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    • Jana
      9 Monaten ago

      Totel, und es gibt meine ich mittlerweile ein Label, was ein Tshirt rausgebracht hat, das sichnach ein paar Wochen von selbst zersetzt. War das Bershka?




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  • Kasia
    9 Monaten ago

    Oh man, das mit den Designerlabels das feiere ich immer auch. Chiara hat ja auch das Gucci-Shirt, was Antonia hier so schön auseinander genommen hat: http://www.amazedmag.de/gucci-shirt-traeger-seid-ihr-alle-wahnsinnig/.

    Das mit den Büchern kenne ich voll. Wobei witziger Weise das letzte, was mich über 1 gesamtes Jahr begleitet hat war eben Der Distelfink von Donna Tartt. Das Buch ist wirklich gut, es hatte mich aber komischerweise überhaupt nicht gepackt und ich habe so aller 2 Monate mal 100 Seiten gelesen, wenn ich krank war, ansonsten kam ich gar nicht voran. Bin aber auch eher der Krimi-Typ. Vielleicht ist man da eine schneller Action gewöhnt Aber was ich wirklich empfehlen kann ist die Romanserie zum „Friedhof der vergessenen Bücher“ von Carlos Ruiz Zafón. Wenn man die durch hat, will man auch nur heulen, weil man weiß, dass man sehr lange kein ansatzweise so gutes Buch in die Hände bekommt.




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    • Jana
      9 Monaten ago

      Danke für die Tipps!

      Distelfink fand ich unglaublich, aber mein absolutes Lieblingsbuch ist die geheime Geschichte. Die Personen und die Geschichte so gut zu beschreiben, dass man denkt, man wäre mitten drin und würde diese Personen tatsächlich kennen, das ist eine unfassbare Gabe. Ich hatte echt zu jeder einzelnen Person eine Verbindung. Ich wusste, wie sie reagieren würden, was sie denken, wie sie zueinander stehen… das war unglaublich und das habe ich bislang bei keinem anderen Autor erlebt




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  • 9 Monaten ago

    Huhu liebe Jana,

    ein toller Wochenrückblick!
    „Three Billboards outside Ebbing, Missouri“ ist ein ganz starker Film – viel Spaß beim Anschauen!

    Und „The Disaster Artist“ möchte ich auch unbedingt noch sehen… bin gespannt, wie er Dir gefällt.

    Liebe Grüße und Dir noch eine wundervolle Woche,
    Hannah




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  • 9 Monaten ago

    Ich verfolge deinen Blog noch nicht allzu lange, habe mich aber auch durch ein paar ältere Posts von dir gelesen und ich muss sagen, dass du eine der wenigen „großen“ Blogger bist, die trotzdem ihre Authentizität nicht verloren haben. Bitte, bitte behalte dir das bei, ich lese deine Posts so gerne!




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    • Jana
      9 Monaten ago

      Ooh, vielen dank




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  • Carina
    9 Monaten ago

    Liebe Jana, ich musste gerade laut loslachen bei „ich kann mir vorstellen, wie sie irgendwo in einem stillen Kämmerchen sitzen, sich über diese Leute kaputt Lachen und in Geldscheinen baden“ – musste direkt an Dagobert Duck denken, wie er kopfüber in seinem Geld schwimmen geht! Bei Büchern geht es mir übrigens genau wie dir: Bin ein totaler Bücherwurm, aber wenn ich ein Buch langweilig finde, bleibt der Kindle auch für Wochen (manchmal Monate) in der Ecke liegen. Tue mich sehr schwer damit ein Buch nicht zu Ende zu lesen (selbst wenn ich es totlangweilig finde)… ist bisher nur 2x passiert in meinem Leben (bei der Mao Tse Tung Biographie und bei „The Revenant“).




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