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jetzt solltest du was erleben

Es ist ein Überwinden manchmal. Manchmal möchte ich das Haus nicht verlassen und mich den ganzen Tag unter der Fleecedecke auf der Couch verkriechen. Manchmal möchte ich das ein bisschen zu lange, sodass alles andere anfängt, sich unnormal anzufühlen und der Raum anfängt, mehr und mehr zum Lebensmittelpunkt zu werden. Während es im Frühling langsam besser ist und die Sonne dich ruft, ist es ganz besonders schlimm in en kalten Wintermonaten. Aber auch, wenn draußen das beste Wetter ist, kann es wieder passieren. Ich bleibe drinnen und je länger ich das tue, desto unüberwindbarer scheint der Schritt nach draußen. Als müsste ich mich jedes mal von neuem an den Lärm und das Unvorhergesehene gewöhnen, auf dem ich nach einem langen Arbeitstag einfach keine Lust mehr habe.

Wir Menschen sind Gewohnheitstiere. Wir fühlen uns sicher, wenn wir voraussehen können, was geschehen wird. Mit gewohnten Abläufen kompensieren wir unseren Stress. Nach einem langen Tag auf der Arbeit wollen viele von uns nur noch allein sein, etwas essen und müde ins Bett fallen. 5 Tage die Woche der gleiche Ablauf und am Wochenende genießt man die freie Zeit, indem man die Wohnung am besten nicht verlässt und wundert sich hinterher, wie die Zeit so rennen konnte.
Versteht mich nicht falsch: Ich liebe es, Zuhause zu bleiben und stundenlang Serien im Pyjama zu schauen. Ich habe Freunde, die sehr hart und sehr lange arbeiten und kaum noch das Haus verlassen, weil sie so erschöpft sind. Ich habe Freunde, die ich regelmäßig fast schon zwinge, etwas zu unternehmen, weil sie sich in einem Teufelskreis bewegen, aus dem ich selbst immer wieder ausbrechen muss. Wenn man nur noch für seine Arbeit lebt und keine spontanen, neue Erlebnisse hat, weil man weiterem Stress ausweichen möchte, dann erntet man am Ende das Gegenteil: Noch mehr Stress. Denn die Arbeit, die ohnehin so einen großen Teil des eigenen Kosmos ausmacht füllt das eigene Leben noch mehr aus, wenn ich nur noch um sie herum lebe.
Wie ich meine Erfahrungen, Erinnerungen und Erlebnisse aufteile, ist selbst bei einer 40 – 50 Stunden Woche mir überlassen. Wenn ich außer schlafen und arbeiten nichts weiteres tue, nimmt meine Arbeit einen großen Teil ein. Wenn ich nach Feierabend und am Wochenende auf den Markt, ins Museum, auf eine verrückte Party gehe oder mich einfach mit Freunden zum Grillen treffe, dann wird auch der Anteil meiner Zeit, die ich mit Arbeit verbringe verringert. So versuche ich nicht mehr nur einen Lebensmittelpunkt zu haben, sondern viele unterschiedliche, die mich wach bleiben lassen und deshalb werde ich jetzt meine Jogginghose gegen eine Jeans wechseln und etwas erleben. Ich weiß noch nicht genau was, aber ich fahr einfach mal los. Raus mit euch!

7 Comments

  • Mia
    2 Wochen ago

    Als Berufsanfängerin im Consulting (60h + Wochen) kann ich das absolut unterschreiben! Auch wenn man sich am Wochenende erholen will – nach dem ausschlafen viel unternehmen ist die beste Methode gegen Stress!




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  • Isi
    1 Woche ago

    Sehr schöner Post.. du hast absolut recht damit, dass je mehr man neben der Arbeit macht, diese als Lebensmittelpunkt verringert.. auch wenn es anstrengend ist nach 9h am Tag noch wohin zu fahren, freut man sich nachher immer noch mehr dass man dann doch los war




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  • 1 Woche ago

    Was für ein schöner Beitrag!
    Es ist wirklich nicht einfach, nicht in eine monotone Routine zu fallen.
    Bei mir als Studentin achte ich im Moment sehr, wonach ich mich sehne und wann ich Lust habe an die Uni zu gehen, oder wann ich lieber von zu Hause arbeite.
    Das ist ein Privileg und ich weiss, dass mit dem Arbeitsleben alles ein wenig anders sein wird…

    Liebe Grüsse und einen guten Wochenstart

    Michaela
    Michaelablog
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  • 1 Woche ago

    Liebe Jana,
    mir geht es manchmal genauso. Es ist einfach zu bequem Zuhause zu bleiben und sich nicht dem Sress draußen auszusetzen.
    Aber wenn man dann lange nicht mehr unter Menschen war, komm einem alles irgendwie komisch vor. Kommt mir zumindest so vor.

    Ich hoffe du hast einen schönen Tag und eine tolle Woche …
    deine Henriette




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  • 1 Woche ago

    Leider hast du sehr, sehr Recht damit…
    http://www.blogellive.com




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  • 1 Woche ago

    Oh grad der letzte Absatz… ui ui ui da muss ich auch an mir arbeiten!




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