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Wieso Zahlen kein Gefühl sind

„Ich werde bald 30. Aber ich fühl mich gar nicht wie 30. Ich bin noch lange nicht erwachsen“

sagte letztens eine Freundin. Dreißig… Wie fühlt sich das eigentlich an? Und wenn man sich nicht wie 30 fühlt, woher weiß man dann, wie sich 30 überhaupt anfühlt? Alles um mich herum scheint Angst zu haben, vor diesem Zustand, der plötzlich alles ändern soll. Einen Schalter umlegt, eine neue Phase, irgendwie auch ein bisschen wie der kleine Tod: Erwachsen sein.

tulle_skirt-187Je älter wir werden, desto häufiger scheinen wir betonen zu müssen, dass wir ja eigentlich nicht erwachsen sind. Erwachsen sein ist negativ, das möchte keiner wirklich, solange es sich vermeiden lässt. In den letzten Jahren scheint sich dieser Begriff zu einer Art Synonym für einen Zombie-ähnlichen Zustand von Menschen entwickelt zu haben, die sämtliches Leben aufgegeben haben, Kaffeeschlürfend zur Arbeit gehen und dann in ihr aufgeräumtes Bett fallen um den nächsten Tag ohne Abweichungen genauso zu wiederholen.

Es ist wohl die Melancholie des Lebens, dass wir immer das sein wollen, was wir nicht sind. Mit 4 wollte ich immer 8 sein. Das war mein gesamtes Leben mal zwei und ich war der festen Überzeugung, bis dahin muss ich das Leben verstanden haben. die 8 jährigen Kinder waren unfassbar groß und stark. Die gingen schon zur Schuhe und die wussten wie der Hase läuft. Wie oft wir im Kindergarten Erwachsen sein gespielt haben und 8 war für mich erwachsen. Wie viele male wir mit 16 selbstbewusst geflunkert haben, dass wir ja schon 18 sind, schon allein, um an Alkohol zu kommen und auf die Zeltparty im Dorf gehen zu können. Und wenn die Älteren mit den Augen gerollt haben, haben wir nur verständnislos mit den Achseln gezuckt und unseren Fanta Roten getrunken. Dann bist du auf einmal selbst einer der älteren, die mit den Augen rollen.

Ich möchte nicht mehr sagen, ich fühl mich nicht so alt. Weil die Aussage an sich sinnlos ist. Das Alter ist eine Zahl und eine Zahl ist kein Gefühl. Natürlich fühle ich mich weder wie eine 12, eine 25 oder eine 50 und vermutlich werde ich das nie. Wie einfach wäre es, unser kompliziertes Leben in Nummern zu sortieren, aber jedes Leben läuft nunmal anders ab, hat eine andere Zeitspanne und verschiedene Tief- und Höhepunkte. Vor dem Erwachsensein habe ich keine Angst mehr. Erwachsen, das bedeutet mehr Verantwortung, aber auch mehr Freiheiten und ganz sicher nicht, dass ich tot bin. Ich muss mein Zimmer nicht jeden Tag aufräumen, weil ich sonst Ärger bekomme, ich muss nicht vor 12 Uhr Zuhause sein, weil meine Eltern sich sonst Sorgen machen und ich muss niemanden um Erlaubnis fragen, wenn ich mir Schokobons, Chips, Merci und Spekulatius mit ins Bett nehme, um einen perfekten Samstagabend mit mir selbst zu verbringen um dann in einen Berg von Schokobonpapier einzuschlafen. Ich mach es einfach.

14 Comments

  • 7 Monaten ago

    Ich finde auch trotz dieser Freiheiten hat die Zahl 30 etwas beängstigendes. Aber naja, vielleicht vergeht meine angst ja auch bis dahin, ich hab ja noch acht Jährchen Zeit…
    Liebe Grüße




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  • 7 Monaten ago

    So romantic outfit, I’m really in love with your skirt!!! Kisses from Italy,
    Eni

    Eniwhere Fashion
    Bloglovin of Eniwhere Fashion




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  • 7 Monaten ago

    Ich habe festgestellt, dass niemand sich wie eine Zahl bzw. ein bestimmes Alter fühlt. Viele meiner Freunde und Bekannte sind über 40 und 50 – und die benehmen sich im Großen und Ganzen genau wie ich mit Anfang 30. Das, was sie mir voraushaben, ist ihre Lebenserfahrung.
    Dein Outfit gefällt mir übrigens auch sehr sehr gut!




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  • Nicole
    7 Monaten ago

    Ich bin 47 und bin auch noch nicht erwachsen Es sind doch nur Zahlen




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  • 7 Monaten ago

    Sehr schön geschrieben! Und du sprichst da etwas Wahres an. Wir denken immer, es gäbe ein bestimmtes Verhalten, dass man mit einem dazugehörigen Alter an den Tag legen müsse, und fühlen uns dann alt, weil wir so noch nicht oder gar nicht sein wollen. Dabei sind wir einfach nur, was wir sind, und sollten genau so sein, wie wir uns lieben unabhängig von einer Zahl im Hintergrund!
    Jetzt hab ich Lust auf Schokobons

    Alles Liebe,
    Kate von http://katinspiration.com




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  • Trendique
    7 Monaten ago

    Wie recht du hast!

    xo Vanessa from http://www.Trendique-Magazine.com




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  • 7 Monaten ago

    Liebe Jana,

    Es ist schon komisch. Denn ich sage oft zu meinem Freund, dass ich nicht erwachsen bin. Denn Erwachsene machen doch vernünftiges Zeug und ich ja nicht..
    Er muss dann oft lachen und sagt, dass er aber erwachsen ist.:)
    Ich glaube, dass das Problem an dem Gedanken erwachsen zu sein ist, dass ich mir meine Oma oder meine Mutter vorstelle, weil die sind ja erwachsen.
    Jedoch finde ich, dass meine Mama nicht wie 60 aussieht und ist, was ja auch Quatsch ist, denn wo steht denn wie man aussieht und wie man zu sein hat mit 60? Meine Oma aber, sah schon aus wie ne Oma mit 60 und genauso sah sie auch mit 70 und 80 aus, nur mit mehr Fakten!:)
    Ich glaube, dass wir uns nicht sichele Gedanken darüber machen sollten, wie alt wir sind und wie alt wir uns fühlen, denn es ist doch egal. Daran ändern kann man sowieso nichts!:)
    Ich freue mich zum Beispiel auf jeden Geburtstag von mir.. Egal wie alt ich werde! Ich will das ganze mit Kuchen und Kerzen und Geburtstagsliedern den ganzen Tag!

    Liebste Grüße,
    Anne
    https://einfachanne.wordpress.com




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  • 7 Monaten ago

    Liebe Jana,

    ich (32) habe mich anders als die meisten Menschen auf die 30 gefreut. Ich wollte endlich erwachsen sein, wollte mit den 20ern abschließen. Denn die waren geprägt von Unsicherheit und der Suche nach mir selbst. Ich war überzeugt, dass es ab 30 nur noch besser werden kann. Versteh mich nicht falsch, die Entwicklung, die ich in dieser Dekade gemacht habe war wichtig und hat mich sehr geprägt. Die Erfahrungen aus dieser Zeit haben mich erwachsen gemacht. Und ich bin froh darüber, weil ich jetzt mit einer Zufriedenheit und Selbstsicherheit durchs Leben gehe, die mir vorher gefehlt haben. Deswegen ist es nicht nur eine Zahl für mich.

    Oft beginnt ja mit dem Übertritt von einer in die andere Dekade ja auch ein Wechsel der Lebensphase. Nach der ersten Dekade kommt mit dem Schulwechsel plötzlich mehr Verantwortung auf einen zu, die Pubertät usw. Mit Anfang 20 Studium und Job, in dem man sich beweisen muss. Ab 30 kommt oft Familie ins Spiel, das Leben ändert sich alle zehn Jahre grundlegend. Die Herausforderungen werden vielleicht nicht weniger, aber irgendwie ist der Druck nicht mehr so groß wie in den 20ern. Ich empfinde es zumindest so. Ich muss mich nicht mit anderen messen und vergleichen. Ich bin gut so wie ich bin. Eine Erkenntnis, die mir damals gefehlt hat. Das heißt aber nicht, dass ich mich nicht jung fühlen würde. Was das Lebensgefühl angeht, könnte ich auch Mitte 20 sein. Dass wir unvernünftige Dinge tun, macht uns nicht gleich unerwachsen, sondern sympathisch

    Deswegen sage ich dir, mach dir keine Sorgen! Es wird immer besser werden!

    Lieben Gruß
    Eve von http://www.eveblogazine.com




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  • Kucki
    7 Monaten ago

    Abgefahren finde ich auch, dass es Menschen gibt, die sich tatsächlich vornehmen bis zum Alter x verheiratet zu sein, das erste Kind zu haben und/oder im Job einen bestimmten Status erreicht zu haben. WTF? Was zum Teufel haben denn solche Ereignisse oder Ziele mit einer festgelegten Zahl zu tun? Ich verstehe es nicht.




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  • 7 Monaten ago

    Also da habe ich es absolut mit dir. Ich möchte kein Jahr jünger sein, jeden Tag lernen wir soviel neues dazu, das ich nicht mehr missen möchte. Puh wenn das alles wieder von vorne losging.

    Liebe Grüsse
    Sylvia
    http://www.mirrorarts.at




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  • Verena
    7 Monaten ago

    Hallo Jana,
    super Beitrag – und schön, dass du dir kein Sorgen um die 30 machst Ich kann dieses „will nicht erwachsen sein“ nicht verstehen. Was denn dann? Etwas Verantwortung bewahrt ja auch davor, dass man sich ewig um sich selbst im Kreis dreht LG




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  • 7 Monaten ago

    Hey Liebes,

    bei der Überschrift dachte ich zuerst, es ginge um Followerzahlen
    Aber schön dass du in Bezug auf dein Alter keinen Kopf machst! Ich finde jedes Alter hat seine ganz eigenen Vor-und Nachteile und man sollte das Leben genießen, egal wie lange man es schon lebt

    In diesem Sinne: behalte dein Mindset :**

    Liebst,
    Mina von
    MINAMIA
    Fashion, Fitness & Lifestyle




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  • 7 Monaten ago

    Man sollte sich immer ein bisschen „Kind sein“ bewahren finde ich..leider ist die Gesselschaft nur noch auf Hektik und Profit ausgerichtet.. vielleicht ändert sich das ja noch einmal… Ausserdem ist ja 30 das neue 20 oder?




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